Montag, 21. September 2026

Ultimatome - L'Ombre Du Cri (MC, 1995)

"Die schon fast professionelle Demo-Cassette (mit gedrucktem, farbigem Cover) zeigt den neu eingeschlagenen Weg der fünfköpfigen Band. Die dargebotenen fünf Songs spiegeln den für mich typischen Sound  einer französichen Band wider, die einer Mixtur aus romantischer und gothischer Musik spielt. Ultimatome orientieren sich hier vor allem an hierzulande eher unbekannten Bands wie Ellysgarden. Die verspielte, mit Delay ausgestattete Gitarre prägt die meisten Songs, die allesdamt hörenswert sind und eine bestechende Qualität für ein Demo aufweisen. Mein absoluter Tip ist "Les Loups", das sich recht verschnlrkelt anhlrt, aber dennoch eine deutliche Linie verfolgt. Ich denke, es bestimmt bald eine CD von Ultimatome geben." 

(Text aus The Torturer Nr. 10)


Dark Site Cowboys - AM III-The Hall Of Pain (MC, 1994)

Diese Cassette scheint wohl der Soundtrack zu einem Film zu sein, den die Band selbst gedreht hat. Die Musik hierzu ist gitarrenlastig, ist Gothic-Rock in Verbindung mit Wave-Elementen. Zunächst dachte ich, ein weiterer Fields-Klon, aber weit gefehlt. Die Dark Side Cowboys haben ihren eigenen Stil, den ich eigentlich so gar nicht wiedergeben kann. Die Musik ist ein Schmelztiegel aller bekannten und unbekannten Gothic-Acts. Es gibt einige Songs, die weit ab von Soundtrackcharakter liegen, so zum Beispiel das treibende „Princess“ oder das sehr ruhige, düstere „Dust (Apocryphal)“. Etwas ganz besonderes scheint „The New World“ zu sein, ein langes Epos, das programmatisch aufgebaut ist, weit ab von gängigen Schemen, gefällt mir mit am besten mit seinen wechselnden Tempi. Richtig heavy wird es bei „Five Years Later“, der Baß erinnert schon etwas an Fields. Mich überzeugt an diesem Tape die Vielseitigkeit. Auf Seite zwei gibt es einige längere Stücke, so wie es Sweet William gerne zelebrieren. Ein gutes Tape, jetzt müßte man nur noch den Film sehen.



In Sensorium - Demo III (MC, 1995)

Dieses Tape mit seinen sechs Tracks ist die Vorabvorstellung neuer Songs, die Ende des Jahres auf einer ersten CD erscheinen sollen. Neu bei In Sensorium ist das Keyboard, das hintergründig das bisherige Line-Up ergänzt. Ansonsten hat sich an dem eigenwilligen, minimalen Stil der Band nicht viel getan.
Deutlich im Vordergrund steht das dominante melodische Baßspiel, das bis auf geringe Ausnahmen das Grundgerüst für die einzelnen Songs darstellt. Teilweise wird durch Schlagzeug die „Rhythmus-Sektion“ (= Baß) ergänzt, aber überwiegend gelangen nur Baß, Gitarre und Gesang in die Ohren. Hierbei sind die besonders intensiven Stücke „Silent The Death“ und „Sex“. Eine etwas andere Art, Musik zu genießen.


Awake At The Wall - The Awake (Beton Tapes, MC, 1995)

Sieben Songs befinden sich auf diesem ersten Demo der Hamburger Band, die sich vornehmlich am amerikanischen Gothic-Rock orientiert. Dabei muß ich die Stücke in zwei Teile zerlegen. Zum einen in die Musik, zum anderen in den Gesang. Zur Musik kann man eigentlich nichts sagen, sie liegt auf der Welle der amerikanischen Vorbilder und ist auch durchaus gefällig. Weit weg davon ist allerdings der Gesang, hier wird eher monoton gesprochen, singen kann man das eigentlich nicht nennen. Zusammengefaßt wirkt sich das dann ein wenig seltsam in meinen spontanen Gefühlsregungen aus. Na ja, kann ja noch besser werden.

Sonntag, 20. September 2026

Disorder - Inspirations To Hamlet (MC, 1995)

Es gibt etwas neues von Disorder, zwar nur ein Tape, aber das ist auch etwas besonderes. Die Band aus Trier hat für eine Aachener Theatergruppe den Soundtrack zu "Hamlet" geschrieben. Sieben Stücke, die die Stimmung der Handlung widergeben und untermalen. So beginnt der Reigen mit "Introduction To Hamlet" mit einem Intrumental, bei dem eine schöne Flötenmelodie im Mittelpunkt steht, begleitet von akustischer Gitarre. Weiter geht es mit "True Love Showers", das eine typische Disorder-Ballade darstellt, vorgetragen von Stefan Lamberts. Ein Zwischenstück, zum Verbinden der einzelnen Szenen des Theaterstückes, ist das ebenfalls instrumentale "Reprise", das von dem Klassiker "Absence" gefolgt wird, diesmal in einer ganz anderen Fassung, nur mit Gitarre begleitet, fügt sich sehr gut in die bisherige Stimmung ein. Bombastisch, heroisch, mittelalterlich, so könnte man "Helsingör" bezeichnen. Disorder go Dead Can Dance? Paßt eigentlich gar nicht so zur Band, obwohl man schon ihre wesentlichen Charakterzüge wie auch in den anderen Stücken heraushört. Den Höhepunkt gibt es dann mit "Belial", das sicherlich zu einem der schönsten Disorder-Songs gehört, sollte auf jedenfall nicht auf der nächsten CD fehlen. Den Abschluß bildet "Hamlet Collage", in der nochmals die musikalischen Themen des Tapes aufgearbeitet werden. Auch ohne das Schauspiel gesehen zu haben, kann man sich schon etwas vorstellen, ansonsten eigent sich "Hamlet" auch gut nur zum Zuhören.

(Text aus The Torturer Nr. 10)

  

The Torturer Nr. 10 - September 1995

"Liebe Freunde des Torturers,
dieses Heft, die Nummer 10, wird in dieser Art das letzte sein. Einige Umstände zwingen mich zu einem drastischen Einschnitt, der vielleicht auch zunächst zu einem kleinen Qualitätsverlust führen wird.
Ich habe beruflich einen neuen Posten übernommen, der mich mehr in Anspruch nimmt, als ich zunächst angenommen hatte. Mir bleibt daher nicht mehr die Zeit, die ich gerne für den Torturer aufwenden würde. Ich bitte hierfür um Verständnis, denn neben dem Fanzine habe ich schließlich meinen Beruf, mit dem ich mein Geld verdiene, sowie eine Familie, die mich nicht immer nur vor den PC antreffen möchte.
Daher wird der Torturer vom Umfang her um etwa ein Drittel zurückgeschraubt werden müssen, und zunächst wie gehabt dreimal im Jahr erscheinen. Zunächst hatte ich vor, den gesamten EBM/Electro-Part nicht mehr zu berücksichtigen, aber nach weiteren Überlegungen fand ich es nicht fair gegenüber den Mitarbeitern, die gerade diese Sparte in den letzten Heften mit Leben bestückt haben. Es wird also ein Verhältnis von 2:1 in Sachen Gothic zu EBM weiterbestehen bleiben. Jedoch werden wir aufgrund der verminderten Seitenzahl die Folterkammer etwas reduzieren müssen, die momentan fast ein Drittel des Heftes beansprucht. Ich denke daran, die Besprechungen etwas zu kürzen oder auch teilweise nur Kurzbesprechungen abzudrucken. Auch hier bitte ich um Verständnis bei allen Lesern und auch den unzähligen Firmen, die uns mit entsprechendem Material versorgen. Gerade letzteren möchte ich hiermit ganz herzlich danken.
Der Torturer wird auf jeden Fall weiterbestehen, das liegt mir sehr am Herzen. Irgendwie ist er ein Teil von mir geworden, den ich so ohne weiteres nicht aufgeben möchte. Daher sind halt zur Zeit einige einschneidende Veränderungen notwendig.
An dieser Stelle möchte ich auf den neuesten Tape-Sampler hinweisen, der von Electro-Mann Jochen Hegert zusammengestellt wurde, und in den nächsten zwei Monaten fertiggestellt sein wird. Weiteres hierzu in der Shorties.
Noch ein weiterer Hinweis in eigener Sache: der nächste Torturer, die Nummer 11, wird erst Mitte Januar erscheinen können, da ich mich fast den ganzen Dezember mit Hula-Musik auf Hawaii berieseln lassen werde. Die weiteren Veröffentlichungstermine werden dann Mai, September und Januar sein.
Für das nächste Heft suche ich noch interessierte Bands aus dem Bereich Wave/Gothic für den Tape-Sampler „The Torturer Vol. 4“. Einige Bands stehen schon fest, unter anderem After Darkness, Beyond The Wall Of Sleep und Vidi Aquana. Also, her mit den Demos, gleichfalls wird natürlich auch ein Interview im Heft abgedruckt.
So, jetzt habe ich genug geschrieben, ich wünsche allen viel Spaß mit dem neuen Heft."

(Text aus dem Vorwort)

 

Hier kann das Heft eingesehen werden. 
 

Freitag, 18. September 2026

Cadra Ash - Cadra Ash (MC, 1995)

Nur ein Jahr nach der Gründung erschien dieses erste Demo mit vier Tracks dieser bis ins neue Jahrtausend bestehenden Gothic Rock-Band aus dem Ruhrgebiet. Mit ist vor allem schon damals "Sed De Ti" aufgefallen, das sicherlich eines der bekanntesten Stücke sein dürfte. Auch "Act Of Violence" wurde  damals in der Szene gerne gehört.  Wenn ich mich richtig entsinne habe ich Cadra Ash in der M-Box in Kaisersesch live gesehen.  


Beyond The Wall Of Sleep - Psychic Burnout (MC, 1995)

Dies ist das zweite Tape der Formation aus dem Raum Aachen mit insgesamt 6 Tracks. Das instrumentale Intro fließt zunächst ruhig dahin und nimmt dann deutlich an Fahrt auf. Die folgenden Songs sind geprägt von einem wummernden Baß, treibenden Drums und der sehr düsteren Stimme. Trotz nicht so guter Soundqualität kann man sich das heute immer noch gut anhören. 

The House Of Usher - Enter The House Of Usher (MC, 1995)

Ein weiteres Tape für die Fans von The House Of Usher erschien 1995 als single-sided Cassette mit fünf Tracks in einer limitierten, handnummerierten Auflage von 50 Exemplaren. Beigefügt war die erste Ausgabe des Nekrolog, dem Newsletter der Band. Verpackt war das Ganze in einem bedruckten Briefumschlag.

The House Of Usher - Black Sunday | Relic (MC, 1994)

Dieses Tape gibt es in als C60 und C90 und wurde zu Promo-Zwecken erstellt und durfte ausdrücklich kopiert und verteilt werden. Ziel war es, Kontakte für eine Tour in Italien im Oktober 1994 zu gewinnen.
Die kürzere Version enthält neben sämtlichen Tracks des Mini-Albums "Black Sunday" von 1993 auch noch die zwei eigenen Tracks der Split-Single "Relic", die zusammen mit Bluefield ebenfalls 1993 auf  1000 Exemplare limitiert veröffentlicht wurde.
Das längere Tape wartete zudem noch mit reichlich Bonusmaterial auf. Neben fünf älteren Tracks wurden auch die Live-Qualitäten mit Aufnahmen von Konzerten in Wittlich und Koblenz präsentiert.