Im September 1995 erschien ein neuer Katalog - es ist der letzte, den ich noch vorfinden konnte. Ob es danach noch einen weiteren gab, kann ich aus heutger Sicht nicht mehr feststellen.
Hier kann der Katalog eingesehen werden.
In den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war für viele Bands aus dem Untergrund die Cassette DAS Medium, um sich zu präsentieren. Viele auch noch heute aktive Bands erlangten durch diese Art der Verbreitung ihrer Musik einen höheren Bekanntheitsgrad. Hier stelle ich die Tapes vor, die ich damals aus allen Teilen Europas und auch Übersees erhalten habe - für mein damaliges Tapelabel No Control Torture.
Im September 1995 erschien ein neuer Katalog - es ist der letzte, den ich noch vorfinden konnte. Ob es danach noch einen weiteren gab, kann ich aus heutger Sicht nicht mehr feststellen.
"Die schon fast professionelle Demo-Cassette (mit gedrucktem, farbigem Cover) zeigt den neu eingeschlagenen Weg der fünfköpfigen Band. Die dargebotenen fünf Songs spiegeln den für mich typischen Sound einer französichen Band wider, die einer Mixtur aus romantischer und gothischer Musik spielt. Ultimatome orientieren sich hier vor allem an hierzulande eher unbekannten Bands wie Ellysgarden. Die verspielte, mit Delay ausgestattete Gitarre prägt die meisten Songs, die allesdamt hörenswert sind und eine bestechende Qualität für ein Demo aufweisen. Mein absoluter Tip ist "Les Loups", das sich recht verschnlrkelt anhlrt, aber dennoch eine deutliche Linie verfolgt. Ich denke, es bestimmt bald eine CD von Ultimatome geben."
(Text aus The Torturer Nr. 10)
Diese Cassette scheint wohl der Soundtrack zu einem Film zu sein, den die Band selbst gedreht hat. Die Musik hierzu ist gitarrenlastig, ist Gothic-Rock in Verbindung mit Wave-Elementen. Zunächst dachte ich, ein weiterer Fields-Klon, aber weit gefehlt. Die Dark Side Cowboys haben ihren eigenen Stil, den ich eigentlich so gar nicht wiedergeben kann. Die Musik ist ein Schmelztiegel aller bekannten und unbekannten Gothic-Acts. Es gibt einige Songs, die weit ab von Soundtrackcharakter liegen, so zum Beispiel das treibende „Princess“ oder das sehr ruhige, düstere „Dust (Apocryphal)“. Etwas ganz besonderes scheint „The New World“ zu sein, ein langes Epos, das programmatisch aufgebaut ist, weit ab von gängigen Schemen, gefällt mir mit am besten mit seinen wechselnden Tempi. Richtig heavy wird es bei „Five Years Later“, der Baß erinnert schon etwas an Fields. Mich überzeugt an diesem Tape die Vielseitigkeit. Auf Seite zwei gibt es einige längere Stücke, so wie es Sweet William gerne zelebrieren. Ein gutes Tape, jetzt müßte man nur noch den Film sehen.
Dieses Tape mit seinen sechs Tracks ist die Vorabvorstellung neuer Songs, die Ende des Jahres auf einer ersten CD erscheinen sollen. Neu bei In Sensorium ist das Keyboard, das hintergründig das bisherige Line-Up ergänzt. Ansonsten hat sich an dem eigenwilligen, minimalen Stil der Band nicht viel getan.
Deutlich im Vordergrund steht das dominante melodische Baßspiel, das bis auf geringe Ausnahmen das Grundgerüst für die einzelnen Songs darstellt. Teilweise wird durch Schlagzeug die „Rhythmus-Sektion“ (= Baß) ergänzt, aber überwiegend gelangen nur Baß, Gitarre und Gesang in die Ohren. Hierbei sind die besonders intensiven Stücke „Silent The Death“ und „Sex“. Eine etwas andere Art, Musik zu genießen.
Sieben Songs befinden sich auf diesem ersten Demo der Hamburger Band, die sich vornehmlich am amerikanischen Gothic-Rock orientiert. Dabei muß ich die Stücke in zwei Teile zerlegen. Zum einen in die Musik, zum anderen in den Gesang. Zur Musik kann man eigentlich nichts sagen, sie liegt auf der Welle der amerikanischen Vorbilder und ist auch durchaus gefällig. Weit weg davon ist allerdings der Gesang, hier wird eher monoton gesprochen, singen kann man das eigentlich nicht nennen. Zusammengefaßt wirkt sich das dann ein wenig seltsam in meinen spontanen Gefühlsregungen aus. Na ja, kann ja noch besser werden.
Es gibt etwas neues von Disorder, zwar nur ein Tape, aber das ist auch etwas besonderes. Die Band aus Trier hat für eine Aachener Theatergruppe den Soundtrack zu "Hamlet" geschrieben. Sieben Stücke, die die Stimmung der Handlung widergeben und untermalen. So beginnt der Reigen mit "Introduction To Hamlet" mit einem Intrumental, bei dem eine schöne Flötenmelodie im Mittelpunkt steht, begleitet von akustischer Gitarre. Weiter geht es mit "True Love Showers", das eine typische Disorder-Ballade darstellt, vorgetragen von Stefan Lamberts. Ein Zwischenstück, zum Verbinden der einzelnen Szenen des Theaterstückes, ist das ebenfalls instrumentale "Reprise", das von dem Klassiker "Absence" gefolgt wird, diesmal in einer ganz anderen Fassung, nur mit Gitarre begleitet, fügt sich sehr gut in die bisherige Stimmung ein. Bombastisch, heroisch, mittelalterlich, so könnte man "Helsingör" bezeichnen. Disorder go Dead Can Dance? Paßt eigentlich gar nicht so zur Band, obwohl man schon ihre wesentlichen Charakterzüge wie auch in den anderen Stücken heraushört. Den Höhepunkt gibt es dann mit "Belial", das sicherlich zu einem der schönsten Disorder-Songs gehört, sollte auf jedenfall nicht auf der nächsten CD fehlen. Den Abschluß bildet "Hamlet Collage", in der nochmals die musikalischen Themen des Tapes aufgearbeitet werden. Auch ohne das Schauspiel gesehen zu haben, kann man sich schon etwas vorstellen, ansonsten eigent sich "Hamlet" auch gut nur zum Zuhören.
(Text aus The Torturer Nr. 10)
"Liebe Freunde des Torturers,
dieses Heft, die Nummer 10, wird in dieser Art das letzte sein. Einige Umstände zwingen mich zu einem drastischen Einschnitt, der vielleicht auch zunächst zu einem kleinen Qualitätsverlust führen wird.
Ich habe beruflich einen neuen Posten übernommen, der mich mehr in Anspruch nimmt, als ich zunächst angenommen hatte. Mir bleibt daher nicht mehr die Zeit, die ich gerne für den Torturer aufwenden würde. Ich bitte hierfür um Verständnis, denn neben dem Fanzine habe ich schließlich meinen Beruf, mit dem ich mein Geld verdiene, sowie eine Familie, die mich nicht immer nur vor den PC antreffen möchte.
Daher wird der Torturer vom Umfang her um etwa ein Drittel zurückgeschraubt werden müssen, und zunächst wie gehabt dreimal im Jahr erscheinen. Zunächst hatte ich vor, den gesamten EBM/Electro-Part nicht mehr zu berücksichtigen, aber nach weiteren Überlegungen fand ich es nicht fair gegenüber den Mitarbeitern, die gerade diese Sparte in den letzten Heften mit Leben bestückt haben. Es wird also ein Verhältnis von 2:1 in Sachen Gothic zu EBM weiterbestehen bleiben. Jedoch werden wir aufgrund der verminderten Seitenzahl die Folterkammer etwas reduzieren müssen, die momentan fast ein Drittel des Heftes beansprucht. Ich denke daran, die Besprechungen etwas zu kürzen oder auch teilweise nur Kurzbesprechungen abzudrucken. Auch hier bitte ich um Verständnis bei allen Lesern und auch den unzähligen Firmen, die uns mit entsprechendem Material versorgen. Gerade letzteren möchte ich hiermit ganz herzlich danken.
Der Torturer wird auf jeden Fall weiterbestehen, das liegt mir sehr am Herzen. Irgendwie ist er ein Teil von mir geworden, den ich so ohne weiteres nicht aufgeben möchte. Daher sind halt zur Zeit einige einschneidende Veränderungen notwendig.
An dieser Stelle möchte ich auf den neuesten Tape-Sampler hinweisen, der von Electro-Mann Jochen Hegert zusammengestellt wurde, und in den nächsten zwei Monaten fertiggestellt sein wird. Weiteres hierzu in der Shorties.
Noch ein weiterer Hinweis in eigener Sache: der nächste Torturer, die Nummer 11, wird erst Mitte Januar erscheinen können, da ich mich fast den ganzen Dezember mit Hula-Musik auf Hawaii berieseln lassen werde. Die weiteren Veröffentlichungstermine werden dann Mai, September und Januar sein.
Für das nächste Heft suche ich noch interessierte Bands aus dem Bereich Wave/Gothic für den Tape-Sampler „The Torturer Vol. 4“. Einige Bands stehen schon fest, unter anderem After Darkness, Beyond The Wall Of Sleep und Vidi Aquana. Also, her mit den Demos, gleichfalls wird natürlich auch ein Interview im Heft abgedruckt.
So, jetzt habe ich genug geschrieben, ich wünsche allen viel Spaß mit dem neuen Heft."
(Text aus dem Vorwort)
Hier kann das Heft eingesehen werden.
Nur ein Jahr nach der Gründung erschien dieses erste Demo mit vier Tracks dieser bis ins neue Jahrtausend bestehenden Gothic Rock-Band aus dem Ruhrgebiet. Mit ist vor allem schon damals "Sed De Ti" aufgefallen, das sicherlich eines der bekanntesten Stücke sein dürfte. Auch "Act Of Violence" wurde damals in der Szene gerne gehört. Wenn ich mich richtig entsinne habe ich Cadra Ash in der M-Box in Kaisersesch live gesehen.
Dies ist das zweite Tape der Formation aus dem Raum Aachen mit insgesamt 6 Tracks. Das instrumentale Intro fließt zunächst ruhig dahin und nimmt dann deutlich an Fahrt auf. Die folgenden Songs sind geprägt von einem wummernden Baß, treibenden Drums und der sehr düsteren Stimme. Trotz nicht so guter Soundqualität kann man sich das heute immer noch gut anhören.
Ein weiteres Tape für die Fans von The House Of Usher erschien 1995 als single-sided Cassette mit fünf Tracks in einer limitierten, handnummerierten Auflage von 50 Exemplaren. Beigefügt war die erste Ausgabe des Nekrolog, dem Newsletter der Band. Verpackt war das Ganze in einem bedruckten Briefumschlag.
Dieses Tape gibt es in als C60 und C90 und wurde zu Promo-Zwecken erstellt und durfte ausdrücklich kopiert und verteilt werden. Ziel war es, Kontakte für eine Tour in Italien im Oktober 1994 zu gewinnen.
Die kürzere Version enthält neben sämtlichen Tracks des Mini-Albums "Black Sunday" von 1993 auch noch die zwei eigenen Tracks der Split-Single "Relic", die zusammen mit Bluefield ebenfalls 1993 auf 1000 Exemplare limitiert veröffentlicht wurde.
Das längere Tape wartete zudem noch mit reichlich Bonusmaterial auf. Neben fünf älteren Tracks wurden auch die Live-Qualitäten mit Aufnahmen von Konzerten in Wittlich und Koblenz präsentiert.
Zwei Tape-Compilations erblickten am Ende des Jahres das Licht der Welt, zusammengestellt von Janis Kalifatidis von Into The Abyss aus Darmstadt.
Vol. 1: Artica (I), Flowers Of Romance (GR), Grass Harp, Vendemmian (GB), Into The Abyss, Siela (LIT), Red Harvest (N), Meridian (AUS), Ataraxia (I), Burning Dollhouse , Beyond The Wall Of Sleep, Dunkelheit (N), Land Of Passion (F).
Vol. 2: Sweet William, Into The Abyss, The Brotherhood Of Pagans (F), Stone 588 (USA), Endless, Theatre Of Tragedy (N), Sofia Run (USA), In Sensorium (GB), Simon Dreams In Violet (I), Oberon, Am Tag unter Null, Wasteland (I), Missed In Diary (USA), Scarlet Harbour.
"1991 war das Geburtsjahr des Projektes SCARLET HARBOUR, in dem Wolfgang Scholz, Betreiber des innovativen Cassettenlabels NCT zusammen mit befreundeten Musikern an der Umsetzung eigener musikalischer Ideen arbeitete.
THE TRAITOR COMES ist die seit langem geplante Zusammenstellung des bisher größtenteils aif Samplern veröffentlichten Materials, ferner werden etliche bisher unveröffentlichte Stücke, aus der neuen Stammbesetzung Scholz/West, einem begrenzten Publikum preisgegeben. Eine geringe Anzahl erscheint dabei als 1:1 bespielte CD."
(Text aus dem Booklet)
Zunächst erschien das Album als CDR mit einem farbigem Booklet in einer streng limitierten Auflage von 6 Exemplaren. Danach war es als MC erhältlich.
Hier noch die Rezension aus dem Torturer Nr. 10:
Ich möchte zu jedem Song eine Kritik abgeben, dies dürfte am interessantesten sein.
„Paradise“: gehört zu den Stücken mit Friedhofsstimmung, ohne bewußt giftig zu klingen. Es ist ein klassischer Anfang, wirkt allerdings alles andere als aufgesetzt. „Paradise“ ist ein verschwommenes Bild inmitten eines Nebels umherwandernder Gestalten. Gefällt mir total gut.
„Nezach“: es gibt monotone Stücke, die sind absolut nichtssagend, es gibt darüber hinaus monotone Stücke, die einen tief in der Seele ansprechen. Hierzu zähle ich „Nezach“. Ich finde, der Song hat etwas von Bauhaus. Es mag die Notenfolge sein, sehr schönes Soundtrack-Stück.
„Frozen In Time“: ist von der Notenfolge her sehr klassisch und könnte von Second Decay nicht besser in Szene gesetzt sein. Mit einem aufwändigeren Drum-Set hätte man dem Song zusätzlich Drive geben können. Das gesamte Potential ist noch nicht ausgeschöpft.
„Anno Domini 1327“: fängt wie ein altes The Circle Of The Wolf-Stück an. Im Vergleich mit „Paradise“ und „Nezach“ finde ich den Song eher schwach, da die Ausdrucksstärke geringer ist. Allerdings haben die Stimmen einen guten Effekt.
Wenn man die Songs hört, fällt es einem total schwer, sich vorzustellen, wie wohl die Leute drauf sind, die die Musik komponieren.
„Delirium“: fällt im Vergleich zu den ersten drei Stücken ebenfalls wie „Anno Domini“ etwas ab. Klingt nicht so ausgereift. Einen Grund hierfür sehe ich in dem sehr spärlichen Arrangement. Der Gesang erinnert an Sige XX, was wiederum gefällt.
„Mad Fiddler’s Intermezzo“: klingt so, als würde man von einem Wahnsinnigen verfolgt, hä, hä?
„The Traitor Comes“: giftig! Mir fallen die jeweils letzten Stücke auf so mancher Christian Death-LP ein. Das hat was, auch wenn ich es beängstigend finde. Der Tod reist per Anhalter und ich nehme ihn mit. Würg!
„Gate To Forbidden Desires“: ist total geil! Wie kann man denn auf so ’ne Idee kommen.
„Hypnos“: klingt wie ein Untergrund-Stück aus den Anfängen der elektronischen Musik. Ich finde, man hätte mehr daraus machen können, klingt wie eine Skizze.
„White Zombie“: ist erneut sehr düster und soundtrackmäßig.
die Stimmen tragen einiges dazu bei, ebenso wie die Bass-Töne.
“Evil Live”: ich muß gestehen, die House Of Usher-Version gefällt mir besser. Natürlich weiß ich nicht, wie der Song wirken würde, wäre das Original mir unbekannt.
“Armageddon”: geht erneut deutlich in die angesprochene Christian Death-Ecke. Gefällt mir vor allem aufgrund seiner Atmosphäre. Der Echo/Hall-Effekt kommt sehr gut. Auf alle Fälle eines der besten Stücke auf dem Tape.
“Shadows Behind The Windeye”: kraftvoll und todbringend. Erinnert mich erneut an die ganz frühen Songs der Gruft-Bewegung, als die Musik aus dem Bauch heraus eine Stimmung ausdrückte und Geld kein Thema war.
“A Better Time”: Hierzu sage ich mir, daß es ein gutes Stück ist. Liegt vielleicht daran, daß ich die Musik geschrieben habe.
“Victims And Circles”: von der Aufnahme der beste Song, zudem auch einer der besten auf “The Traitor Comes”. Ich mag die Gitarren und die Stimmung, hat ebenfalls ein sehr starkes Hit-Potential für die Indie-Disco.
“The Screams Of Nezach”: Death Metal spielend sitzt der Tod auf einem Baum und wirft Gläser zu Boden, der Lümmel.
Manfred Thomaser
Das Booklet ist HIER einsehbar.
Mit der neunten Ausgabe des Magazins wurde auch die neue Compilation veröffentlicht. Dabei waren vertreten: Chateua Royale (GB), The Faith, Cream 8, Dead Souls Rising (F), Crimson Joy, Also, Grass Harp, Lucie Cries (F), Kiss The Blade (A), Midnight Configuration (GB) Shadowplay, Passion Play, Realm Of Doom.
"Liebe Freunde des Torturer,
mit diesem Heft beginnt ein kleiner Einschnitt in das bisherige Bild des Fanzines. Lange habe ich darüber nachgedacht, ich denke eine für alle akzeptable Lösung gefunden zu haben. Ab sofort kann der Torturer nur noch alle vier Monate erscheinen, da es mir aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr möglich ist, noch mehr von meiner knapp bemessenen Freizeit herzugeben. Als andere Alternative stand nur das Einstellen des Heftes zur Debatte, was mir persönlich allerdings auch sehr weh getan hätte. Ich hoffe, ihr könnt damit leben. Die nächste Ausgabe erscheint daher erst im September, gleichzeitig kommt dann auch der Elektronik-Sampler. Mitte Mai wird dann auch der Cassetten-Sampler The Torturer Vol. 3 veröffentlicht werden, die Bands und die Titel stehen hinten im Heft. Nun viel Spaß mit Nummer 9."
(Text aus dem Vorwort)
Hier kann das Heft eingesehen werden.
Hierbei handelt es sich um ein auf 100 Stück limitiertes Tape mit Stücken genau aus dem Zeitraum 1988 . 1994, meistens sogar bisher unveröffentliche Tracks, Mit dabei sind: Elenthara, Nameless, MDT, Lore Of Asmoday, Book Of Dzyan, Sturm und Drang, Das Existenztheater, Dies Ater, Templer und Fields Of Winter.
Leicht orientalisch, mit Dead Can Dance-Touch, beginnt dieses Album von der amerikanischen Gothic-Band Sri Lanka. Bin Wunder, daß das Intro „Mantra“ genannt wurde. Wie soll ich diesen Sul bezeichnen, vielleicht Psychedelic-Gothic? Ansonsten erscheint die Musik mit ihren harten Gitarrenriffs nämlich ganz anders als der Opener, mitreißend, vorwärts treibend. Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor, aber ich kann es nicht sinordnen, wahrscheinlich, weil es mir auch sofort gefallen hat. Zwischendurch gibt es mit „X“ einen tonnenschweren Song, bei dem aber auch dieses kleine bißchen oriental sound nicht fehlen darf. „Lucinda“ erinnert mich von der Art her an Stücke aus der Feder von Nuit d'Octobre. Den Höhepunkt setzen Sri Lanka mit „Pields Of Everafter“. Wie eine stampfende Dampflok zieht man in die unbekannten Regionen. „Here“ ist ein echt gutes Album, wenn man sich mai den europäischen Markt vergleichsweise betrachtet.
(Text aus The Torturer Nr. 3/November 1993)
Dieses Album bekam ich damals als Tape geschickt. Deshalb findet es auch hier Berücksichtigung. Die Coverabbildungen wurden entnommen aus Discogs.
Ein Magazin nannte sie die Bastarde von AC/DC und den Sisters Of Mercy, was ich persönlich aber als zu hart ausgedrückt emptinde. Die Musik der britschen Band scheint mir eher ein Symbiose aus frühen Cassandra Complex-Rhythmus-Sektionen, Gitarren von Jesus & Mary Chain sowie dem Gesang von Andy McClusky von OMD zu sein. Irrer Mix, nicht war? Trifft allerdings zunächst nur auf den Opener „Waste“ zu, den ich direkt zum Hit des Tapes erkoren möchte. Diese Cassette ist zwar schon im Jahre 1992 in England erschienen, wurde jetzt durch das Oldenburger Label Rubbish Recordings in Lizenz in unserer Heimat veröffentlicht. Bei „Times Change“ klingt die Stimme schon irgendwie rockiger, versinkt hin und wieder in einem voodoomäßigen Soundbrei. „Plague Bug“ erinnert mich von der Struktur und ein wenig von der Musik her an ein Stück vor Rheingold mit den Namen „Fluß“, das ganze natürlich fetziger. In die gleiche Richtung schlagen dann die zwei noch verbleibenden Songs „Meat Hook“ und „Rising Up“, wobei letzteres eher in die Richtung Psychedelic Rock einzuordnen wäre.
(Text aus The Torturer Nr. 8/Februar 1995)
Nach keyboardlastiger Einleitung geht es beim nächsten Song „Inquietudine“ gleich in die Vollen. Peitschende Drums treiben zusammen mit der Gitarre den Gesang an, machen einen rockigen Song daraus. Auf dieser Ebene bleibt die Band, der italienische Gesang wird hierbei flüssiger vorgetragen wie beim letzten Tape, dadurch wirken die Songs auch zugänglicher. Vor allem bemerkt man recht schnell, daß man es mit Ermeneuma mit einer bühnenerprobten Band zu tun hat, die sicherlich ihre wichtigsten Einflüsse aus den Anfangstagen des amerikanischen Gothics hat. Ich könnte mir daher vorstellen, daß sich Studiosachen nicht so intensiv anhören. Auf der zweiten Seite gibt es mit „Death Embryos“ eine gute Coverversion der eher unbekannten deutschen Gothicband The Evil Speaks, nicht schlecht nachgespielt, doch wer kennt schon das Original außer ein paar Insidern? Insgesamt ein recht hörenswertes Tape.
(Text aus The Torturer Nr. 6/August 1994)