Diese Cassette sollte man zuerst in den CD-Player legen. Nachdem dieser den Geist aufgegeben hat, hilft man sich mit diversen Dosen Hansa Pils und einem richtigen Tape-Deck... So die ersten Worte der Gebrauchsanweisung des nunmehr dritten Tapes innerhalb von nur einem Jahr von Supervisor Larson. Die Songs sollen ihm dieses Mal so richtig leicht aus der Hand gegangen sein, dafür fallen sie jedoch sehr schwermütig aus. Hoppla, so lautet ja auch der Titel der Cassette. Zehn Tracks, die meisten sind in epische Längen von über sechs Minuten gezogen, wirken aber keineswegs langweilig. Keyboards wurden bei den Aufnahmen bis auf das Minimum reduziert, die Gitarre tritt daher unweigerlich in den Mittelpunkt. Gleich zu Beginn überrascht mich ein düsteres, melodiöses Wave-Stück mit dem bedeutungsschwangeren Namen „Schwermut“ (schon wieder dieses Wort). „Lösche das Licht und setze dich auf den Boden und drücke die Start-Taste. Nun legst du einen dicken Strick um deinen Hals und rauchst eine Zigarette,“ heißt es weiter in der Bedienungsanweisung. Depressiv geht es weiter mit „Stranger Under My Skin“, gefolgt von der verspielten Piano-gestützten Ballade „Remains/Fear“, die fast schon allein den Strick zuschnürt. „Nun denkst du an Phil Collins, wie sein Kopf sich unter dem Vorderrad deines Wagens fühlt, und dann lehnst du dich zurück,“ und genießt die letzten Klänge von „Schwermut“. Das ultimative Tape für Selbstmörder, aufgenommen natürlich in einer grauen und stürmischen Nacht im Totenmonat November.
(Text aus The Torturer Nr. 8/Februar 1995)










